Samstag, 31. März 2012

Tschüss Weinheim

Es ist geschafft! Wir haben die Wohnung an unseren Untermieter übergeben und sind inzwischen in Neuss angekommen. Völlig kaputt aber glücklich werden wir hier noch ein paar Tage verbringen, letzte organisatorische Tätigkeiten vornehmen und dann geht es nach Ostern los.

Die Wohnung zu übergeben war dann wie erwartet sehr stressig. An sich mussten wir zwar nur unsere privaten Dinge einpacken und in den Keller stellen, denn die Möbel und weiteren Einrichtungsgegenstände sind ja in der Wohnung verblieben. Es ist allerdings erstaunlich, was für Krempel sich da immer ansammelt und es ist erstaunlich, wie anstrengend drei Stockwerke Treppen sein können, wenn man erst mal diverse Kisten hoch und wieder herunter schleppen muss. Kurz vor der Übergabe am Freitag, den 30.03.2012 war es dann aber geschafft: Alle Kisten waren im Keller, die Wohnung blitzeblank geputzt und die Übergabe verlief erfolgreich. Unser kleiner Kellerraum von ca. 3x3m ist dabei bis zum Rand mit Kisten voll gestopft.

Die Fahrt nach Neuss

Der bis zur Decke voll gestopfte Keller
Die Fahrt nach Neuss war erstaunlicherweise sehr entspannend und wenig stressig. Wir hatten zwar jeder einen Rucksack, eine Reisetasche und eine normale Umhängetasche dabei, aber dadurch dass unser Untermieter uns direkt nach Mannheim gefahren hat und wir in Neuss vom Bahnhof abgeholt wurden, mussten wir deutlich weniger schleppen als erwartet. Lediglich die Bahn hat mal wieder negativ auf sich aufmerksam gemacht. Ich habe zwei Tickets für die 2. Klasse in einem IC gebucht und zwei Sitzplatzreservierungen, da freitags die Bahnen ja immer sehr voll sind. Dummerweise hat der Servicemitarbeiter der Bahn uns zwar ein Ticket für die 2. Klasse verkauft, die Sitzplatzreservierung war aber für die 1. Klasse. Zum Glück habe ich das rechtzeitig gemerkt, musste mich aber noch einmal an die überfüllte Schlange im Servicecenter der Bahn anstellen. Natürlich war eine Sitzplatzreservierung nicht mehr möglich, von daher haben wir die acht Euro erstattet bekommen. Immerhin. Der Zug selber war zwar gut gefüllt, aber nicht überfüllt. Wir hatten gemütliche Sitzplätze und einen tollen Blick auf den Rhein.

Abends sind wir dann müde aber glücklich ins Bett gefallen. Die nächsten 10 Tage wird Neuss unser zu Hause sein. Am 9.4. geht es dann nach München und am 11.4. startet die eigentliche Reise in Richtung Indien. Wir sind voller Vorfreude!

Mittwoch, 28. März 2012

Impfungen

Gestern hatten wir den letzten Impftermin. Zum Glück. Die Impfungen sind ein notwendiges Übel und gehören eher zum anstrengenden Teil der Weltreisevorbereitungen.

Insgesamt 15 (!) Spritzen habe ich seit März 2011 erhalten. Claudia sogar noch ein wenig mehr. Mal abgesehen davon, dass wir einen großen Teil der Impfungen aus eigener Tasche bezahlen mussten, ist der organisatorische Aufwand nicht zu vernachlässigen. Nicht jede Impfung kann man beim Hausarzt machen. Für Gelbfieber muss der Arzt beispielsweise eine offizielle Gelbfieberimpfstelle sein. Dazu kommt, dass man bestimmte Fristen einhalten muss, wann welche Spritze gesetzt werden darf.
Bevor man sich überhaupt gegen tropische Krankheiten impfen lässt, sollte man sich eingehend beraten lassen. Dafür sind Tropenärzte oder die tropischen Institute einiger Universitäten hervorragend geeignet. Wir waren dafür im Tropeninstitut Heidelberg. Die Beratung und Impfung sort ist gut, allerdings ist die Organisation im Wartezimmer eher mittelmäßig und man muss zum Teil sehr lange warten.

Wir sind nun gegen Gelbfieber, japanische Enzephalitis, Tollwut, Typhus und Hepatitis A + B geimpft. Claudia hat zusätzlich noch FSME und ich habe eine komplette Neuimunisierung von Tetanus, Diphtherie und Poliomyelitis (alle drei gibt es als Kombi-Impfstoff) durchführen lassen, weil ich mein altes Impfbuch leider verloren hatte. Sicher ist sicher.

Dadurch dass wir die einzelnen Impfungen ein wenig verteilen konnten und nicht alle auf einmal bzw. kurz hintereinander bekommen haben, war die Verträglichkeit sehr gut. Klar gab es mal einen Abend, an dem man sich schlapp fühlte oder die Einstichstelle ist etwas rot geworden, aber richtig krank wurde niemand. Claudia hatte hin und wieder einen dicken Oberarm nach dem Impfungen. Sie ist aber auch generell etwas empfindlicher und hatte zusätzlich noch ihre Hypersensibilisierung gegen die Hausstaubmilbe zu verkraften.

Gerade die Tollwut-Impfung soll ja so schlimm sein, wie man immer wieder hört. Das war früher mal so, ist heute aber definitiv nicht mehr der Fall. Die Verträglichkeit des Impfstoffs wurde deutlich gesteigert.
Die Gelbfieberimpfung ist aus zwei Gründen wichtig: zum einen um die Krankheit nicht zu bekommen, zum anderen weil einige Länder diese Impfung für eine Einreise voraussetzen.

Wir sind nun froh, dass wir alle Impfungen haben. Die Reise kann beginnen.

Dienstag, 6. März 2012

Das RTW-Ticket

Um eine Weltreise machen zu können, benötigt man – und darin sind sich alle Reiseexperten einig - vor allem eines: Flugtickets. Nicht ganz so einig sind sich die Experten, ob man sich lieber Einzeltickets vor Ort oder ein sogenanntes Round-the-World-Ticket (RTW-Ticket) kaufen sollte. Beide Vorgehensweisen haben ihre Vor- und ihre Nachteile. Hier eine kurze Übersicht:

Einzeltickets

+ sehr hohe Flexibilität
+ unter Umständen günstiger als RTW-Ticket
+ nicht auf ein bestimmtes Streckennetz beschränkt

- Probleme bei Einreise ohne Rückflugticket
- höherer organisatorischer Aufwand während der Reise


RTW-Ticket

+ Bei sehr vielen Langstreckenflügen günstiger als Einzeltickets
+ keine Probleme bei der Einreise
+ einfach über Reisebüro buchbar
+ man hat immer ein Ticket, mit dem man zur Not zurück kommt

- geringere Flexibilität als Einzeltickets
- nur begrenzte Meilen und Stops möglich
- eingeschränktes Streckennetz je nach Flugallianz
- hohe Umbuchungsgebühren

Wer sich für ein solches RTW-Ticket interessiert kann auf der Weltreise-info-Seite weitere Detailinformationen bekommen. Diese Seite ist allgemein eine sehr gute Anlaufstelle für die Planung von Weltreisen und sie wird ständig aktualisiert.

Wir haben uns relativ schnell für das RTW-Ticket der Star Alliance entschieden. Da wir – anders als viele andere Weltreisende – uns nicht auf eine Region konzentrieren, sondern eher „überall so ein bisschen“ sein werden, ist dieses Ticket für uns die beste Alternative. Die Star Alliance ist die größte Allianz von Fluggesellschaften der Welt und sie haben das größte Streckennetz – aber nicht unbedingt das beste. Schwachpunkte sind derzeit (noch) Südamerika und Ozeanien. Das wird sich aber vermutlich sehr bald ändern, da noch einige interessante Airlines der Star Alliance beitreten werden. Es gibt auch noch ein Weltreiseticket der Oneworld Alliance. Dieses Ticket wird in der Regel von den Reisebüros sogar bevorzugt, da es einen Tick günstiger ist. Allerdings ergaben sich aufgrund unserer Routenvorstellungen einige Probleme mit dieser Allianz.
Wichtigstes Kriterium bei der Entscheidung für das RTW-Ticket war der Vorteil der problemlosen Einreise, denn viele Länder verlangen bei der Einreise als Tourist ein Rückflugticket. Das RTW-Ticket wird als ein solches anerkannt.
Ein entscheidender Nachteil ist ganz klar die geringere Flexibilität gegenüber Einzeltickets. So muss man die Route komplett vorher festlegen, denn anhand der Ziele, die man anfliegt, berechnet sich der Gesamtpreis des Tickets (inkl. Steuern etc.). Dazu kommt, dass man nicht unendlich oft fliegen und halten darf.

Einzeltickets sind übrigens in der Praxis nicht ganz so flexibel, wie es auf den ersten Blick den Anschein hat. Zwar ist das Kaufen eines Tickets dank Internet und Kreditkarten ein Kinderspiel, aber man muss sich auch da rechtzeitig kümmern, wenn man günstige Tickets haben möchte. Dienstag kaufen und Mittwoch fliegen ist auch in den entlegensten Ecken der Welt eine teure Angelegenheit. Also kauft man sich zwei bis drei Wochen vor Abflug ein billiges Ticket. Das schränkt die Mobilität auch entsprechend ein.

Wir glauben, dass für unsere Reise das RTW-Ticket die richtige Wahl war. Aufgrund unserer riesigen Route kostet es ca. 5100 Euro pro Person. Ob es wirklich die richtige Wahl war, werden wir – leider – erst hinterher wissen.